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Kraftwerke im Landkreis Kassel haben Konjunktur

Kraftwerke im Landkreis Kassel haben Konjunktur

Vizelandrätin Susanne Selbert und E.ON Mitte Vorstandsmitglied Thomas Weber Vizelandrätin Susanne Selbert und E.ON Mitte Vorstandsmitglied Thomas Weber

Landkreis Kassel. Die Zahl der an das Netz von E.ON Mitte angeschlossenen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bleibt im Landkreis Kassel 2011 auf Rekordniveau: Mehr als 1.100 "Kraftwerke", die Sonnenenergie, Biomasse, Wasserkraft und Windenergie nutzen, wurden allein im vergangenen Jahr im E.ON Mitte-Netzgebiet des Landkreises Kassel in Betrieb genommen. Ein Jahr zuvor lag die Zahl in ähnlicher Größenordnung, 2009 waren es noch etwa 900 Anlagen. In den vergangenen drei Jahren hat sich damit die Anzahl der Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien im E.ON Mitte-Netzgebiet des Landkreises Kassel insgesamt mehr als verdoppelt und lag Ende des vergangenen Jahres aktuell bei rund 5.700 Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 200.000 Kilowatt (kW). "Das ist ein tolles Ergebnis und zeigt, dass die Spitzenstellung des Landkreises bei den erneuerbaren Energien weiter besteht", freute sich die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert.
Der Kreis Kassel gehe mit gutem Beispiel voran. Selbert: "Im Landkreis Kassel wurden im Jahr 2010 - neuere Zahlen liegen hier leider noch nicht vor - rund 26 Prozent der verbrauchten elektrischen Energie regenerativ erzeugt". Neben der Windkraft, die mit einer Einspeisemenge von rund 76.500 Kilowattstunden den größten Anteil bildet, spielt die Biomassenutzung eine immer wichtigere Rolle. "Im Jahr 2010 haben 26 Anlagen knapp 52.800 Kilowattstunden elektrische Energie produziert, und durch unsere neue 2011 ans Netz gegangene Biovergärungsanlage in Lohfelden produzieren wir bis zu 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom", informiert die Vizelandrätin. Allein damit könnten 1.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.
Im gesamten Netzgebiet von E.ON Mitte speisten zum gleichen Zeitpunkt knapp 33.500 Anlagen umweltfreundlich erzeugten Strom ein. Insgesamt schloss der regionale Netzbetreiber im vergangenen Jahr mehr als 7.100 Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an das Stromnetz an. Bis Ende 2012 erwartet das Unternehmen einen weiteren Anstieg auf mehr als 40.000 Anlagen mit einer Einspeisemenge von über 1,3 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspräche dem Stromverbrauch von etwa 375.000 Haushalten mit einem Durchschnittsverbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr, allerdings ohne Berücksichtigung der zeitlichen Verfügbarkeit der Stromeinspeisungen.
Zukünftig höhere Anforderungen für Stromnetze Der Trend zu einer verstärkt dezentralen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien stellt Stromnetzbetreiber vor große Herausforderungen. "Die immer größeren Mengen Strom aus dezentraler Erzeugung sind in das Gesamtsystem aufzunehmen, ohne die hohe Versorgungszuverlässigkeit zu gefährden", erklärte E.ON Mitte-Vorstandsmitglied Thomas Weber. "Als regionaler Energieversorger mit einem großflächigen zusammenhängenden Netzgebiet und einem hochmodernen Netzmanagement besitzen wir die fachliche Kompetenz, die steigende Zahl dezentraler Stromerzeugungsanlagen bestmöglich in das bestehende Netz zu integrieren und zukunftsweisende Aufgaben zu bewältigen." Vizelandrätin Selbert ergänzt: "Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende bedeutet, dass es weitere Investitionen auch im Bereich der Netze geben wird - Betreiber und Kommunen müssen hier Verfahren finden, die betroffenen Bürger frühzeitig einbinden und gleichzeitig die Belastungen für die Menschen minimieren."
Bereits heute entwickelt E.ON Mitte innovative Technologien und Konzepte, um dezentrale, regenerative Energien besser ins Stromnetz integrieren zu können. So werden derzeit beispielsweise unter dem Motto "Regionale Energieversorgung 2020" in einer Modellkommune gemeinsam mit Partnerunternehmen und regionalen Forschungseinrichtungen nachhaltige, zukunftsweisende Energiekonzepte für Kommunen unter Berücksichtigung verstärkt dezentraler Erzeugung entwickelt. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung eines flächendeckenden intelligenten Stromnetzes ("smart grid"), Energieeffizienz und eine hohe, wetterunabhängige Verfügbarkeit regenerativer Energien beispielsweise durch geeignete Speichermöglichkeiten.

Elektrofahrzeuge im Landkreis unterwegs
Die Entwicklung von intelligenten Stromnetzen erschließt auch für die Nutzung von Elektrofahrzeugen neue Möglichkeiten. In Zeiten hoher Stromeinspeisungen aus erneuerbaren Energien können Elektroautos als Energiespeicher dienen und in erzeugungsschwachen Zeiten einen Teil des gespeicherten Stroms wieder in das Netz zurückspeisen. E.ON Mitte testet daher derzeit die zukunftsweisende Technologie der Elektromobilität: Insgesamt sechs Elektroautos des Typs Peugeot i.On sind im eigenen Netzgebiet im Einsatz und ersetzen drei Jahre lang auf Strecken von bis zu 140 Kilometern herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren aus dem eigenen Fuhrpark. Auch im Landkreis Kassel pendeln täglich zwei Fahrzeuge zwischen den Standorten Baunatal und Kassel.
Gemeinsam mit der Universität Kassel und vier weiteren Unternehmen aus Nordhessen hat der regionale Energieversorger zudem das Institut für dezentrale Energietechnologien (IdE) gegründet. Das Institut soll zukünftig die Entwicklung regenerativer Energiesysteme vorantreiben und dabei die Stärken der Partner aus Forschung und Entwicklung zusammenführen. Zum Aufgabenspektrum des Instituts sollen unter anderem die Realisierung anwenderbezogener Entwicklungsprojekte sowie die Weiterentwicklung neuer Produkte bis hin zum Bau von Prototypen gehören. Auch die Förderung der Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses ist künftiges Kernelement der Arbeit am IdE.

Aktiver Ausbau erneuerbarer Energien
E.ON Mitte setzt die Energiewende jedoch nicht nur durch die schnelle Integration dezentraler Energien und die Entwicklung innovativer Energien um, sondern treibt den Ausbau der Erneuerbaren Energien auch aktiv voran. So hat das Unternehmen über die Tochtergesellschaft E.ON Mitte Natur kürzlich die neue Dienstleistung Windservice entwickelt, um Städte und Gemeinden zukünftig bei der Planung und Umsetzung von Windenergieprojekten als kompetenter Dienstleister zu unterstützen. "Auf diese Weise möchten wir unser Engagement bei den Erneuerbaren Energien weiter ausbauen, die Energiewende aktiv mitgestalten und über Partnerschaften mit Kommunen und Bürgern die regionale Wertschöpfung erhöhen", erklärte Thomas Weber. Mit drei Kommunen wurde bereits eine Vereinbarung zur Entwicklung eines interkommunalen Windparks unterzeichnet. E.ON Mitte Natur wird hier die Planungen und die Projektkoordination unterstützen. Weitere Windenergie-Projekte mit Städten und Gemeinden sind für dieses Jahr geplant.
Darüber hinaus betreibt die E.ON Mitte Wärme GmbH mit einem Partnerunternehmen in Südniedersachsen eine eigene Biogasanlage. Das vor Ort gewonnene Rohbiogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet, ins Erdgasnetz von E.ON Mitte eingespeist und anschließend formal an verschiedenen Orten wieder entnommen und mit Biogas-Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.  So wird im Landkreis Kassel beispielsweise der Aquapark und die Max-Riegel-Halle in Baunatal mit Bioerdgas versorgt. Weitere Biogasprojekte sind derzeit in der Entstehung.




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