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„Refugee’s Day“ in Zierenberg bringt Geflüchtete in Betriebe

Ein fehlendes Staatsexamen macht Probleme: Apotheker Ralf-Otto Pferdmenges (links) mit Masih Rohi aus Afghanistan. Ein fehlendes Staatsexamen macht Probleme: Apotheker Ralf-Otto Pferdmenges (links) mit Masih Rohi aus Afghanistan.

Zierenberg / Landkreis Kassel. Hebesatz, Bescheid, Richtlinie, Satzung – die neuen Worte prasseln auf Rita Sagmany und Sandy Shoshany nur so ein. Die beiden jungen Frauen mit Universitätsabschluss aus dem Irak sind erst seit einem Jahr in Deutschland. Heute absolvieren sie ein Tagespraktikum im Zierenberger Rathaus.

Anlass ist der 5. „Refugee‘s Day“, bei dem Geflüchtete einen Eindruck von der deutschen Berufs- und Arbeitswelt bekommen sollen. Organisiert wird er vom Landkreis Kassel, diesmal zusammen mit Dieter Baumann, dem Integrationsbeauftragten der Stadt, und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. „Wir bereiten uns schon seit einigen Monaten auf diesen Tag vor“, berichtet Baumann. Schließlich sollten so viele Praktikumsplätze wie möglich gefunden werden. Am Ende sind es 25. Von der Stadtverwaltung und dem Kindergarten, über Industrie- und Handwerksbetriebe, bis hin zu Händlern und Gastronomen – sie alle machen mit. Neugier überwiegt Skepsis.

„Die meisten Geflüchteten wollen so schnell wie möglich arbeiten und Geld verdienen“, sagt Baumann. Hindernis seien die Sprachkenntnisse und die fehlende Anerkennung ihrer Ausbildung. So geht es auch Masih Rohi. Der junge Mann hat in Afghanistan Pharmazie studiert. Jetzt in Deutschland, kann er nicht in seinem Beruf arbeiten. „Dafür brauchen sie ein deutsches Staatsexamen“, erklärt ihm Apotheker Ralf-Otto Pferdmenges, bei dem er sein Praktikum macht.

Sehr zufrieden mit dem „Refugee’s Day“: Dieter Baumann, Integrationsbeauftragter der Stadt Zierenberg. Sehr zufrieden mit dem „Refugee’s Day“: Dieter Baumann, Integrationsbeauftragter der Stadt Zierenberg.

Trotzdem sieht Baumann die Sache positiv: „Dieser Tag war sehr sinnvoll“, betont er. „Denn er stellt eine neue Art der Kontaktaufnahme dar und bringt uns wieder ein Stück weiter.“ Sehr froh sei er auch darüber, dass so viele Arbeitgeber mitgemacht haben. Aus seiner Sicht müsse nun die Zusammenarbeit von politisch Verantwortlichen, Jobcentern und den Akteuren vor Ort noch weiter intensiviert werden.

Indessen stößt der vom Landkreis Kassel ins Leben gerufene „Refugee’s Day“ bereits auf deutschlandweites Interesse. „Wir haben die Initiative bereits in Berlin im Beisein von Bildungsministerin Johanna Wanka vorgestellt“, berichtet Initiator Bijan Otmischi. Dort, so der Integrationsmanager des Landkreises Kassel, sei die Idee sehr positiv aufgenommen worden.

Hintergrund

Mit dem seit 2015 vom Landkreis Kassel organisierten Refugee’s Day wird die Idee der Boy’s und Girl’s-Days aufgegriffen. Bei den bisherigen fünf Refugee’s Days hatten rund 175 Geflüchtete die Möglichkeit ein Tagespraktikum bei einem Betrieb in der Region zu absolvieren. Der Landkreis Kassel kooperiert dabei mit der Handwerkskammer Kassel und der IHK.

27.10.2017
 




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