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Sommertour 2018 (Tag 3): Ministerin Hinz besucht herausragende Projekte im Bereich Tierschutz, Artenschutz und Dorfentwicklung

Auf dem Foto sieht man im Vordergrund von links nach rechts Jürgen Düster (Fachbereich Landwirtschaft Landkreis Kassel), Vizelandrat Andreas Siebert, Staatsministerin Priska Hinz, Cornelia Becker (Büro für angewandte Ökologie und Forstplanung) und Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück). Auf dem Foto sieht man im Vordergrund von links nach rechts Jürgen Düster (Fachbereich Landwirtschaft Landkreis Kassel), Vizelandrat Andreas Siebert, Staatsministerin Priska Hinz, Cornelia Becker (Büro für angewandte Ökologie und Forstplanung) und Prof. Dr. Thomas Fartmann (Universität Osnabrück).

Tierschutzmaßnahmen für Hennen werden in Korbach erprobt, Artenschutzmaßnahmen im Diemeltal werden mit 650.000 Euro vom Land gefördert und die Ministerin nimmt die Marktgemeinde Hilders neu ins Hessische Dorfentwicklungsprogramm auf.

Der dritte Tag der Sommertour führte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz nach Korbach zum Betrieb von Björn Müller-Braune und seiner Familie. Im Familienbetrieb werden 12.000 Legehennen nach Biolandrichtlinien gehalten. Die Hennen leben in Freilandhaltung in Gruppen mit je 3.000 Tieren. Der Betrieb setzt seit diesem Jahr ein Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz um, das vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanziert und durch das Tierschutz-Kompetenzzentrum während der zweijährige Projektlaufzeit fachlich betreut wird. Das Tierschutzkompetenzzentrum wird vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und der FiBL Projekte GmbH geleitet. "Hessen hat besondere Kompetenz beim Thema Tierschutz. Ich freue mich sehr, dass die Betreuung für das bundesweite Projekt mit 80 Modellbetrieben beim hessischen Landesbetrieb angesiedelt ist", so die Ministerin beim Besuch.

Die Ministerin besichtigte einen von sieben in Hessen angesiedelten Modellbetrieben: "Wir brauchen Landwirtinnen und Landwirte wie Familie Müller-Braune, die nach vorne blicken, Neues wagen und aufgeschlossen sind. So können wir eine zukunftsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Tierhaltung in Hessen entwickeln und erhalten", so die Ministerin.

Im Modellbetrieb werden innovative Maßnahmen, wie beispielsweise die automatisierte Einbringung von Beschäftigungsmaterialien für die Hennen, modellhaft umgesetzt. Zum Beispiel werden Picksteine, Maissilage oder Getreidekörner so im Stall verteilt, dass die Hennen ausgiebig scharren und picken können. Damit wird die Haltung unkupierter Legehennen – das heißt von Hennen mit ungekürzten Schnäbeln – unterstützt. Die Beschäftigungsmaßnahmen helfen Federpicken oder Kannibalismus zu vermeiden. Ziel ist es, diese Techniken und die dabei gewonnenen Erfahrungen anderen landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung zu stellen und sich auszutauschen. Die Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz zielen auf einen schnellen und effektiven Transfer von Forschungsergebnissen in die landwirtschaftliche Praxis ab und schließen somit die Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Umsetzung und Praxiserprobung neuer Erkenntnisse und innovativer Maßnahmen in den Betrieben, die Gesundheit und das Wohl der Tiere, eine tiergerechte Haltung oder die Auswirkungen moderner Tierhaltungsverfahren auf die Umwelt betreffen. Die Erkenntnisse werden auch durch die Beraterinnen und Berater des LLH in die andere hessischen Betriebe vermittelten. "Durch die Schaffung von neuen Beraterstellen im Landesbetrieb Landwirtschaft habe ich dafür gesorgt, dass Wissen und Erfahrung rund um Tierschutz und Tierwohl in die hessischen Betriebe transportiert wird. Die Modell- und Demonstrationsvorhaben leisten einen wichtigen Beitrag, um Erfahrungen zu sammeln und sich zu vernetzen", sagte Ministerin Hinz abschließend.

Blühende Wiesen und Weiden erhalten – Beeindruckendes Engagement für den Artenschutz im Landkreis Kassel Im Landkreis Kassel ging es beim Ministerinnenbesuch um neue Wege beim Schutz seltener Arten auf bunten Wiesen und Weiden. Die Ministerin besuchte Flächen, die durch das Pilotprojekt "Entwicklung der Artenvielfalt auf den Grünlandflächen und Streuobstwiesen des Diemeltals" gefördert werden. Landwirtinnen und Landwirte erhalten beim Projekt auf ihren Flächen Arten wie Orchideen, Heil-Ziest, Sumpfdotterblume, Wiesenknopf oder Teufelskralle und werden dafür gefördert. "Ich freue mich, dass wir mit dem dieser Förderung über das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) einen wichtigen Beitrag für eine besonders zukunftsweisende Form des Artenschutzes leisten. Im Diemeltal ist die vorbildliche Zusammenarbeit von landwirtschaftlichen Betrieben, Verbänden und Artenschutzexperten die Grundlage für effektiven Artenschutz", so die Ministerin. Den Landwirtinnen und Landwirten werden die notwendigen Artenkenntnisse und die für ihre Fläche besonders geeigneten Bewirtschaftungsmaßnahmen über eine projektbegleitende Beratung vermittelt. Das Land stellt dafür über einen fünfjährigen Zeitraum 300.000 Euro zur Verfügung.

"Dank verdient das besondere Engagement des Landkreises, der nicht nur dieses Projekt, sondern zudem gemeinsam mit der Universität Osnabrück ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Renaturierung von Kalkmagerrasen initiiert hat. Auch hier wird sich das Land in den nächsten zwei Jahren mit rund 150.000 Euro beteiligen", sagte die Ministerin. Die rund 750 Hektar Kalkmagerrasen des Diemeltals gelten als ein mitteleuropäischer Hotspot der Artenvielfalt. Es befinden sich hier noch Pflanzen und Tierarten, die in anderen Gegenden längst ausgestorben sind. Tagfalter, Heuschrecken, Zikaden, Wildbienen und Gefäßpflanzen sind in diesem speziellen Rasen zu finden. Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unter der wissenschaftlichen Leitung des Landschaftsökologen Prof. Dr. Thomas Fartmann bietet dem Naturschutz, der Landwirtschaft und den betroffenen Kommunen großes Potenzial zur Entwicklung der gesamten Region.

Marktgemeinde Hilders ist neuer Förderschwerpunkt im Hessischen Dorfentwicklungsprogramm Als letzte Station besuchte Ministerin Hinz die Marktgemeinde Hilders, die gemeinsam mit sieben weiteren Kommunen 2018 neu in das hessische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wird. "Ziel der hessischen Dorfentwicklung ist, die Dörfer im ländlichen Raum als attraktiven und lebendigen Lebensraum zu gestalten. Gleichzeitig sollen die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale vor Ort mobilisiert werden. Hierfür nimmt die Hessische Landesregierung viel Geld in die Hand. In den kommenden Jahren fließen 27 Millionen Euro in die Dorfentwicklung", sagte die Ministerin. "Mit der Förderung bekommen die Gemeinden die Möglichkeit, konkrete Projekte umzusetzen und den ländlichen Raum zu stärken", so die Ministerin.

Die Gemeinde Hilders hat sich vorgenommen mit dem Dorfentwicklungsprogramm in allen Ortsteilen die Attraktivität und die Wohn- und Lebensqualität zu steigern, die Innenentwicklung zu stärken, altersgerechten Wohnraum zu schaffen und die Mobilität von Jugendlichen und Senioren sicherzustellen. Darüber hinaus soll der Einzelhandel gestärkt und die Vermarktung leerstehender Gewerbeimmobilien vorangetrieben werden. Die Unterstützung für bürgerschaftliches Engagement und das Ehrenamt sowie die Mobilisierung der sozialen und wirtschaftlichen Potenziale sollen in der Folge dafür sorgen, dass sich alle Altersgruppen in ihrer Heimatgemeinde wohlfühlen.

Hilders ist Teil der LEADER-Region Rhön und wird im kommenden Dorfentwicklungsprozess die regionale und die kommunale Entwicklungsstrategie zu einer gemeinsamen nachhaltigen Entwicklung zusammenführen

27.07.2018


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