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Landkreis informiert zum Neubau der GNH-Klinik in Hofgeismar

Harald Kühlborn, Pressesprecher Landkreis Kassel Harald Kühlborn, Pressesprecher Landkreis Kassel

Hofgeismar. Nach der Entscheidung des Kreistages über den Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages für den Neubau der Klinik der Gesundheit Nordhessen in Hofgeismar gibt es eine Reihe von Fragen, die der Landkreis beantwortet.

Warum wurde ein Neubau notwendig und warum wurde das Krankenhaus nicht am jetzigen Standort saniert?
Die bauliche Gestaltung des Krankenhauses am Standort Liebenauer Straße entspricht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Klinik. Eine Sanierung wäre nur mit einer vollständigen Entkernung und einem Teilabriss möglich gewesen. Dafür hätte das Krankenhaus für die Dauer der Bauarbeiten geschlossen werden müssen, was größere Probleme bei der Gesundheitsversorgung im Hofgeismarer Land mit sich gebracht hätte. Das Land Hessen, das Fördermittel für Krankenhausbaumaßnahmen zur Verfügung stellt, hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass eine Sanierung am bisherigen Standort nicht bezuschusst wird.
 
Warum gab es keinen gemeinsamen Neubau mit dem evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen am Krähenberg?
Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) arbeitet mit allen ihren Krankenhäusern gut und intensiv mit dem evangelischen Krankenhaus Gesundbrunnen am Krähenberg zusammen. Allerdings war es trotz intensiver Gespräche im Vorfeld der Krankenhausneuplanungen unter Vermittlung von Landrat Uwe Schmidt nicht möglich, dass beide Krankenhausträger eine gemeinsame Baumaßnahme realisierten.

Eine zukünftige noch engere Kooperation der beiden Krankenhausträger ist von allen Beteiligten gewollt.
 
Warum wurde der Neubau des Krankenhauses nicht am Standort Lempetal realisiert?
Auf den ersten Blick bietet sich das Gelände Bendheimer Wiese unterhalb des Krähenbergs als Standort für ein neues Krankenhaus an. Deswegen hatten auch Landrat Schmidt und Bürgermeister Markus Mannsbarth diesen Standort ursprünglich favorisiert. Allerdings stellte sich im Zuge der Konkretisierung der Planung heraus, dass die mit diesem Standort eventuell mögliche räumliche Verbindung zwischen dem GNH-Neubau und dem Krankenhaus Gesundbrunnen baulich und organisatorisch nur mit einem immensen Kostenaufwand zu realisieren war.

Nachdem die Ursprungsplanung der GNH an diesem Standort einen Neubau, der an die Verbindungsstraße vom Schwimmbad Hofgeismar nach Schöneberg angebunden wurde, vorsah, musste diese Planung aus Ver- und Entsorgungsgründen näher in Richtung Gesundbrunnen und zur B 83 verändert werden. Um hier einen ausreichenden Abstand von der nördlich des Krähenbergs verlaufenden Hochspannungsleitung zu erreichen, musste die Neuplanung dicht an den Verlauf der Lempe heranrücken. Um alle planungsrechtlichen Vorgaben einzuhalten, wären für einen Neubau an dieser Stelle Erdbewegungen im Umfang von bis zu 160.000 Tonnen notwendig geworden (statt der ursprünglich geplanten 60.000 Tonnen), was den Bau erheblich verteuert hätte.

Durch das Heranrücken an die Lempe wären bisher vom Campingplatz genutzte Flächen notwendig geworden. Das genutzte Grundstück hätte im Überschwemmungsgebiet der Lempe gelegen und ein dort vorhandenes Bodendenkmal beeinträchtigt. Die Anbindung der landwirtschaftlichen Flächen nördlich des Standorts hätte neu geschaffen werden müssen, da der bisherige Wirtschaftsweg nicht mehr nutzbar gewesen wäre. All diese Problemlagen haben dazu geführt, dass dieser Standort aus planerischen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in Frage kam.
 
Welche Grundstücke wurden noch in Hofgeismar geprüft?
Insgesamt wurden sieben verschiedene Grundstücke genauer untersucht. Neben dem Standort Bendheimer Wiese und eines gemeinsamen Neubaus am Standort Krähenberg sowie dem Altstandort in der Liebenauer Straße waren dies zwei Standorte in der Nähe der Ausfahrt Hofgeismar-Nord der B 83 sowie ein Standort an der Ausfahrt Hofgeismar-Mitte sowie der letztlich ausgewählte Standort an der Ausfahrt Hofgeismar-Süd.
 
Warum kamen die anderen Standorte nicht in Frage?
Die Bereitschaft der jeweiligen Grundstückseigentümer, die notwendigen Flächen zu vertretbaren Konditionen zur Verfügung zu stellen, hielt sich sehr in Grenzen. Bei einer Fläche waren eine Reihe von Grundstückseigentümern durchaus bereit, zielführend zu verhandeln – allerdings rief ein am Bodensee wohnender Besitzer einer zentralen und daher unbedingt notwendigen Einzelfläche Preise auf, die das Gesamtprojekt unfinanzierbar gemacht hätten. Auch ein persönliches Gespräch von Bürgermeister Mannsbarth mit diesem Grundstückseigentümer änderte an dessen Haltung nichts. Auch institutionelle Eigentümer größerer landwirtschaftlicher Flächen waren zu keinen Zugeständnissen bereit. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstücks an der Ausfahrt Hofgeismar-Süd verliefen dagegen fair und zielführend.

Ein privater Investor hätte einen solchen Vertrag nicht abgeschlossen!

Diese Auffassung führt ins Leere, da der Landkreis Kassel kein privater Investor ist. Während ein privater Investor Gespräche unter vier Augen führt und auch danach nicht gezwungen ist, Dritten Rechenschaft abzulegen, müssen Gebietskörperschaften ihre Verhandlungen richtigerweise transparent und für die Kreisgremien nachvollziehbar führen. Diese Transparenz führt dazu, dass der Landkreis bei den Verhandlungen darauf angewiesen ist, dass Vertragspartner sich auch auf dieses öffentliche Verfahren einlassen – das führt dazu, dass der Kreis bei Verhandlungen nicht in der besten Position ist.

18.12.2018

 




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