Die Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel hat ihre Jahresbilanz für das Jahr 2025 vorgelegt. Bei der Vorstellung der Zahlen und Ergebnisse der bereits im Jahr 1994 gegründeten Gesellschaft im Kasseler Kreishaus zeigten sich der AGIL-Geschäftsführer Andre Franke und Vize-Landrätin Silke Engler zufrieden.
Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Punkte.
Erfolgsquote
Die Ergebnisse zeigen laut Engler und Franke eine positive Entwicklung in zentralen Handlungsfeldern der Ausbildungsförderung, Beschäftigungsintegration, Qualifizierung sowie der Jugend- und Schulsozialarbeit. Insgesamt wurden 306 Teilnehmende begleitet. Für 278 Personen konnten Übergänge in Ausbildung, Beschäftigung oder weiterführende Qualifizierung erreicht werden, was einer Erfolgsquote von 90,9 Prozent entspricht. „Die jungen Leute liegen uns am Herzen. Die sozial Benachteiligten unter ihnen können bei uns wieder in die Spur finden und Eigenverantwortung durch eigene Arbeit übernehmen“, sagt Silke Engler.
Ausbildung
Es werden junge Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarfen in dualen Ausbildungsberufen ausgebildet. Die Zielgruppe umfasst Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre, die aufgrund schulischer Defizite, abgebrochener Ausbildungswege oder sozialer Problemlagen eine besondere Förderung benötigen. Im Jahr 2025 befanden sich 18 Auszubildende (etwa Tischler, Gärtner, Maschinen-Anlagenführer) in einer geförderten Ausbildung. Vier Personen schlossen erfolgreich ab und konnten in Anschlussbeschäftigung vermittelt werden. Zwölf Ausbildungsverhältnisse wurden fortgeführt, zwei Ausbildungen mussten beendet werden. Ergänzend bietet AGiL an den Standorten Wolfhagen (Schreinerei) und Oberzwehren (Garten- und Landschaftsbau) reguläre Ausbildungsplätze an. 2025 wurde erstmals der Ausbildungsplatz im Bereich Elektrotechnik besetzt.
Vernetzung
„Für uns ist es wichtig, Angebote zu schaffen, die aufeinander aufbauen und teilweise bereits in der Schulzeit beginnen. Über Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen haben wir Kontakte in die Schulen und können bei Bedarf jungen Menschen helfen, die Unterstützung brauchen“, beschreibt Geschäftsführer Andre Franke einen Ansatzpunkt der Arbeitsförderungsgesellschaft mit Hauptsitz in Wolfhagen.
Weitere Initiativen
Die Beschäftigungsförderung für langzeitarbeitslose Menschen ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt. 2025 wurden 20 Personen beschäftigt. Es konnten sechs Übergänge in eine ungeförderte Beschäftigung realisiert werden. In 14 Fällen wurde eine Weiterbeschäftigung erreicht. Geschäftsführer Andre Franke betont den nachhaltig wirksamen Charakter dieser Maßnahmen: „Langzeitarbeitslose Menschen erhalten bei uns eine verlässliche Struktur, individuelle Begleitung und praktische Arbeitserfahrungen, sodass die Betroffenen auf dem Arbeitsmarkt gute Einstiegschancen haben.“
Das Programm HAPE (Hauswirtschaft, Pflege, Erziehung) bereitet Menschen auf Ausbildung und Beschäftigung in der Sozialwirtschaft vor. 2025/2026 nehmen 15 Personen teil, davon elf Geflüchtete aus der Ukraine. 2025 konnten neun Teilnehmende eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen.
Zudem gibt es unter anderem das Programm STAP iN (Start in die Ausbildung Pflege in Nordhessen) und WiN (Wiedereinstieg für Frauen). STAP iN richtet sich an Personen, die in den Pflegeberuf einsteigen möchten, jedoch eine Vorqualifizierung benötigen. WiN ist ein bedarfsorientiertes Angebot zur Vorbereitung des beruflichen Wiedereinstiegs. Die Inhalte umfassen berufliche Standortbestimmung, Unterstützung bei Bewerbungen, Informationen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Vermittlung in Qualifizierungsmaßnahmen.
Als weiteres Geschäftsfeld habe sich zudem das Gebrauchtmöbelkaufhaus in Wolfhagen etabliert, wo gebrauchte Möbel aufbereitet werden. „Dort spüren wir wieder eine stärkere Nachfrage, da immer mehr Menschen in wirtschaftlich angespannten Zeiten nach kostengünstigen Alternativen suchen“, sagt Silke Engler.
Berufspatenprojekt
Ehrenamtliche Berufspaten und -patinnen begleiten Jugendliche beim Übergang in den Ausbildungsmarkt. Dazu zählen Motivationsarbeit, Unterstützung bei Bewerbungen sowie Stabilisierung während der Probezeit.
„Wir haben inzwischen einen Pool von 35 Berufspaten aus unterschiedlichen Berufen. Teilweise sind sie dort noch tätig oder im Ruhestand. Sie übernehmen vielfach die Rolle der Eltern, und vielfach werden Jugendliche von der Schulzeit bis durch die Ausbildung hindurch begleitet“, sagt Andre Franke. Für die künftige Arbeit von AGiL hofft der Wolfhager Geschäftsführer gerade bei diesem Ehrenamt noch auf weitere freiwillige Unterstützer.
Presseartikel: MARTIN SCHOLZ, HNA - Wolfhager Allgemeine / Wolfhager Land am 16.01.2026
Erfolgsgeschichte seit 1994
Die Arbeitsförderungsgesellschaft AGIL des Landkreises Kassel hat seit der Gründung im Jahr 1994 schon 12.400 Menschen beraten, qualifiziert, gefördert, ausgebildet und/oder in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse vermittelt. Die 340 Mitarbeiter von AGiL sind in folgenden Bereichen tätig: pädagogische Begleitung an Schulen, Jugendhilfeangebote als Einrichtungsträger beispielsweise in Wohngruppen, Jugendberufshilfe und berufliche Qualifizierung, Ausbildungsangebote für junge Menschen, Beschäftigungsförderung und Qualifizierung.