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Ausstellung will Brücken bauen

Eröffnung im Kreishaus - Selbsthilfegruppe AGUS informiert zum Thema Suizid

Region Kassel. 50 Menschen haben sich alleine im Jahr 2018 in der Stadt und dem Landkreis Kassel das Leben genommen. Diese erschreckende Zahl nannte Schirmherrin Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, bei der Eröffnung der Ausstellung "Suizid – keine Trauer wie jede andere. Gegen die Mauer des Schweigens" im Kreishaus. Initiator ist die regionale Selbsthilfegruppe Angehörige um Suizid (AGUS).

Gemeinsam das Thema Suizid aus der Tabuzone holen: (v.l.) Vizelandrat Andreas Siebert, Salome Möhrer-Nolte (Telefonseelsorge), Dr. Karin Müller (Gesundheitsamt Region Kassel), Carola Jantzen (KISS), Annette Leipold (Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung), Edith Bossert-Hermes (AGUS), Erwin Bernhardt (AGUS), Franziska Flögel (AGUS), Hanna Müller-Pein (Universität Kassel) und Doris Weißenfels (Trauerbegleiterin) bei der Ausstellungseröffnung im Foyer des Kasseler Kreishauses.

Noch bis zum 10. November zeigen 23 Tafeln wichtige Daten und Fakten zum Thema Suizid und klären auch darüber auf, warum die Trauer nach dem Verlust eines Angehörigen durch Selbsttötung so schwer zu ertragen ist. Ziel der Ausstellung ist es, das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit die Enttabuisierung und Sensibilisierung zu fördern. Gleichzeitig will sie Betroffene ermutigen nach Unterstützung zu suchen. "Wir wollen Brücken bauen", so Trauerbegleiterin Doris Weißenfels, die Organisatorin der Ausstellung, "Brücken für gefährdete Menschen und Brücken zu den trauernden Angehörigen."

Interessierte Besucher bei der Ausstellungseröffnung. 23 Tafeln informieren über Daten und Fakten zum Thema Suizid.

"Das Foyer des Kreishauses ist dafür ein guter Platz", betonte Vizelandrat Andreas Siebert bei seiner Begrüßung der Gäste, "denn hier gehen viele Menschen ein und aus - auch solche, die sich bisher noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben." Grundsätzlich, so der Vizelandrat, verfüge die Region über ein gutes Netzwerk an Anlaufstationen für Menschen in seelischer Not. Besonders hob er dabei die Rolle der Telefonseelsorge hervor. Deren gut ausgebildeten Mitarbeiter manches auffangen und eine wichtige Wegweiser-Funktion für weitergehende Angebote haben.

Edith Bossert-Hermes berichtete aus eigener Betroffenheit über die Trauer nach dem Suizid von Angehörigen.

Abschließend ergriffen Edith Bossert-Hermes und Erwin Bernhardt von der Selbsthilfegruppe AGUS das Wort. Aus direkter Betroffenheit berichteten beide, dass der Suizid vor vollendete Tatsachen stelle und den Angehörigen den Boden entziehe. Daher sei es wichtig das Thema anzusprechen. "Diese Ausstellung", so Bossert-Hermes abschließend, "ist auch unser Sprachrohr."

Die Ausstellung im Foyer des Kreishauses (Wilhelmshöher Allee 19-21, Kassel) ist noch bis 10. November werktags von 7 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Geschulte Ansprechpartner sind dienstags von 16 bis 18 Uhr und donnerstags von 11 bis 13 Uhr vor Ort. Auch eine Ausstellungsbegleitung für Gruppen ist möglich. Anfragen dazu an die Geschäftsstelle der Telefonseelsorge unter 0561-282399.

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