Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, haben häufig Schwierigkeiten, gesundheitliche Präventionsangebote zu nutzen. Sprachliche Hürden, fehlende Informationen oder Unsicherheiten erschweren den Zugang. Um dem entgegenzuwirken, hat das WIR-Vielfaltszentrum des Landkreises Kassel in verschiedenen Städten und Gemeinden Gesundheitslotsinnen und -lotsen ausgebildet. Sie beraten Zugewanderte vor Ort und organisieren niedrigschwellige Informations- und Schnupperangebote rund um das Thema Gesundheit.
Ein solches Angebot fand jetzt im Waldschwimmbad Fuldatal statt. Im Mittelpunkt stand das Thema Stressabbau. Organisiert von der Gesundheitslotsin Salaha Rahimi und angeleitet von Yogalehrerin Claudia Reiß erhielten 15 Frauen und Männer aus dem Iran, der Türkei, Eritrea und der Ukraine einen ersten Einblick in die aus Indien stammende Bewegungs- und Entspannungstechnik Yoga.
„Gerade Menschen mit Migrationserfahrung leiden unter besonderen Belastungen, etwa durch Sprachbarrieren, Anpassungsprozesse und soziale Isolation. Hinzu kommen häufig auch Diskriminierungserfahrungen“, erklärt WIR-Koordinator Andreas Bernhard. Diese Belastungen könnten langfristig zu anhaltendem Stress führen, der wiederum das Risiko für verschiedene gesundheitliche Beschwerden und Erkrankungen erhöhe.
Das Yoga-Angebot ist Teil einer Reihe von Präventionsveranstaltungen, die die Gesundheitslotsin in Fuldatal organisiert. Weitere Gruppenangebote sind bereits geplant. So stehen in den kommenden Monaten eine Veranstaltungen zur Mundhygiene und Prophylaxe mit der Zahnärztin Dr. Halima Nghaim sowie ein Informationsangebote zur sexuellen Selbstbestimmung junger Frauen in Kooperation mit pro familia auf dem Programm.
Die Angebote werden durch das Land Hessen sowie den Verband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert.