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Schautafeln am Offenberg erklären Renaturierung

In Hofgeismar erhofft man sich Impulse für den Tourismus

Ein kleines Schild für ein großes Projekt: Vizelandrat Andreas Siebert (links) und Jürgen Düster, Fachdienstleiter Landschaftspflege beim Landkreis Kassel.

Hofgeismar. Im Rahmen eines länderübergreifenden Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens wurden in den vergangenen Monaten rund 41 Hektar Kalkmagerrasenflächen in den Landkreisen Kassel und Höxter renaturiert. Bald schon sollen sie wieder Heimat für selten gewordene Tiere und Pflanzen sein. Zwei Schautafeln am Offenberg, die durch den Naturpark Reinhardswald aufgestellt wurden, informieren ab sofort die Öffentlichkeit über den Sinn und Zweck der Renaturierung sowie die geschichtliche und naturschutzfachliche Bedeutung des Ortes. 

Die Erhebung des kleinen und großen Offenbergs bei Carlsdorf ist in der Region von weitem gut sichtbar. Bereits 1990 wurde der markante Bergsporn durch den Landkreis Kassel als Naturdenkmal ausgewiesen, da es sich hierbei um die größte zusammenhängende Magerrasenfläche im Raum Hofgeismar handelt. „Einige Bereiche, insbesondere der Osthang, waren jedoch zugewachsen, erläutert Jürgen Düster, Fachdienstleiter Landschaftspflege beim Landkreis Kassel, „weshalb eine Renaturierung durch Entbuschung der Fläche notwendig war.“

Zwei Schautafeln am Offenberg, die durch den Naturpark Reinhardswald aufgestellt wurden, informieren ab sofort die Öffentlichkeit über den Sinn und Zweck der Renaturierung sowie die geschichtliche und naturschutzfachliche Bedeutung des Ortes. Im Bild (v.l.) Ortsvorsteher Reiner Hofmeyer, Bürgermeister Torben Busse, Vizelandrat Andreas Siebert und Jürgen Düster, Fachdienstleiter Landschaftspflege beim Landkreis Kassel.

Das erneute Zuwachsen der Kalkmagerrasenfläche sollen zukünftig die Schafe eines in Hofgeismar ansässigen Schäfers verhindern. Die Koordination dieser natürlichen Pflege wird Aufgabe des in Gründung befindlichen, neuen Landschaftspflegeverbandes sein. Dessen Initiator, Vizelandrat Andreas Siebert, erläutert: „Unter dem Dach des Verbandes sitzen Kommunen, Naturschützer, Landwirte, Jäger und Schäfer gleichberechtigt zusammen.“ Das sei ideal für Vorhaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege, denn Interessen könnten so zusammengeführt werden. Gleichzeitig erhalten Städte und Gemeinden Unterstützung. „Davon erwarte ich mir einen deutlichen Schub bei der Umsetzung weiterer Projekte zum Schutz und zur Förderung von Natur, Klima und Landschaft im Landkreis“, so Siebert. 

Bürgermeister Torben Busse und der Carlsdorfer Ortsvorsteher Reiner Hofmeyer erhoffen sich von den Informationstafeln direkt am Radweg R4 auch positive Impulse für den Tourismus. Der Offenberg sei mit seinem Ringwall nicht nur historisch bedeutsam, sondern biete nun auch eine fantastische Rundumsicht, betonen beide. Sarah Basler vom Naturpark Reinhardswald kündigte an, den Offenberg in die Wegeführung einzubeziehen.

Als weitere Renaturierungsgebiete sind die „Hünscheburg“ bei Hofgeismar und weitere kleinere Flächen in Trendelburg und Sielen im Gespräch. Das länderübergreifende Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben zur Renaturierung von Kalkmagerrasenflächen wird wissenschaftlich begleitet von Landschaftsökologen der Uni Osnabrück.